Neues Vertrauen in die Organspende und Transplantationsmedizin - HTW Aalen

Im Rahmen des Studium Generale an der HTW Aalen findet ein Vortragsabend mit Filmbeitrag und Diskussion zum Thema "Neues Vertrauen   in die Organspende und Transplantationsmedizin" statt.

Referenten:   Dr. med. Peter Petersen, Transplantationsbeauftragter Universitätsklinikum   Tübingen,   Jutta Riemer, Vorsitzende Lebertransplantierte Deutschland e.V.

Veranstaltungsort: Hochschule für Technik  und Wirtschaft |   Beethovenstraße 1 |  73430 Aalen

Martin U. Kittel (Lebertransplantierte Deutschland e.V.) berichtet über die Veranstaltung „Neues Vertrauen in die Organspende“:

Unter diesem Thema fand am 26.05.2014 im Rahmen des „Studium Generale“ an der HTW Aalen ein Seminarabend statt.
Auf unsere Initiative wurde bereits bei der Planung der Semesterthemen im Januar diesen Jahres ein Seminarabend für dieses komplexe und alle betreffende Thema vorgesehen statt. Knapp 200 Interessierte, vorwiegend Studenten, fanden sich ein, um den Ausführungen der beiden Referenten zu folgen.
Unsere Verbandsvorsitzende, Jutta Riemer, referierte eingangs über dieses Thema einerseits aus der Sicht als Betroffene und auch aus Ihrer langjährigen Erfahrungin der Begleitung anderer Betroffener und Angehörigen von Patienten und Spendern. Ausführlich und „unter die Haut“ gehend schilderte sie anhand von Einzelschicksalen, wie schnell jeder zum Kreis derer gehören kann, der einerseits als Patient dringend ein Organ zum eigenen Überleben benötigt oder als Angehöriger, im Angesicht des Todes eines nahen Angehörigen, über die Freigabe zur Organspende zu entscheiden hat. Im weiteren Verlauf des Vortrages berichtete Sie über die Lebensqualität derer, die nach dem Erhalt eines Spenderorganes wieder ein weitgehend normales Leben führen können. Zum Ende Ihrer Ausführungen forderte Sie das Auditorium auf, sich intensiv mit der Thematik der Organspende zu befassen, dies im Kreise der nahen Angehörigen zu diskutieren und die Entscheidung jedes Einzelnen im Organspendeausweis festzuhalten.
Anschließend referierte Dr. Peter Petersen, Transplantationsbeauftragter des Universitätsklinikums Tübingen und Leiter des AK Öffentlichkeitsarbeit des „Aktionsbündnisses Organspende Baden- Württemberg “ aus Sicht des Transplantationsmediziners zum Seminarthema. In seinen Schilderungen ging er auf die Problematiken der Transplantation der verschiedenen Organe ein und erläuterte ausführlich im Einzelnen deren Risiken und Chancen und ging anhand von Diagrammen und Bildern auch auf die Problematik der Verfügbarkeit und des Bedarfes an Spenderorganen ein. Im weiteren Verlauf erläuterte er, wie aus dem Mangel an verfügbaren Spenderorganen die Transplantationsmedizin im speziellen Fall der Lebertransplantation die Technologie des „Lebersplittings“ entwickelte, bei der mit einer verfügbaren Spenderleber das Leben zweier Menschen gerettet werden kann. Am Beispiel des bekannten Politikerehepaares Steinmeier erläuterte er eindrucksvoll, in mit für „Nichtmediziner“ gut verständlichen Worten, die Thematik der Lebendspende mit allen Vor- und Nachteilen sowie deren Chancen und Risiken.
Die sich daran anschließende Diskussion verlief angesichts der Betroffenheit vieler Seminarteilnehmer und der Informationsflut dieser sehr komplexen und vielfältigen Thematik eher ruhig. Aus den Gesprächen vieler kleiner Einzelgruppen war jedoch häufig zu entnehmen, dass hier noch großer innerfamiliärer Diskussions- und Informationsbedarf vorliegt, da die persönliche Einstellung der Familienmitglieder zum Thema Organspende oft unbekannt ist.
Sowohl vor den Referaten als auch insbesondere danach informierten sich die Teilnehmer ausführlich an dem großzügig aufgebauten Info-Stand, der gemeinsam mit dem Aktionsbündnis Organspende  reichhaltig mit Info-Material bestückt war. Für Einzelfragen aller Art standen neben den Referenten auch Frau Dr. N. Knöpfle, Transplantationsbeauftragte des Ostalb-Klinikums Aalen, das Ehepaar Gerhard und Gabriele Kaufmann; Ansprechpartner der Kontaktgruppe „Ostalbkreis“ und Martin Kittel, Ansprechpartner „Alb-Donau-Fils“, der die Veranstaltung initiiert hatte , zur Verfügung.

An dieser Stelle sei abschließend allen Mitwirkenden, die zum Gelingen dieses mit knapp 200 Studenten (an einem Montagabend!!!) sehr gut besuchten Seminares beitrugen, herzlich Dank gesagt. Ein besonderer Dank an Frau J. Heyman, verantwortlich für das „Studium Generale“ an der HTW Aalen“, die es ermöglichte im Rahmen des „Studium Generale“ die Veranstaltung in den Räumen der HTW Aalen durchzuführen.

Fotos: Martin U. Kittel

Bild 1 (P1020754): Interessierte Studenten, Im Hintergrund von links stehend Frau Dr. Natascha Knöpfle; Gerhard Kaufmann

Bild 2 (P1020768): Der Vortragssaal beginnt sich zu füllen; im Vordergrund Jutta Riemer und Dr Peter Petersen im Gespräch; rechts dahinter Ehepaar Kaufmann als interessierte Zuhörer.

Bild 3 (P1020798) Dr. Petersen beim Vortrag

 

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